Trommellackierung vs. Galvanisieren: Warum immer mehr Hersteller umsteigen

Wer Massenkleinteile veredeln möchte, steht vor einer grundlegenden Entscheidung. Galvanisieren oder Lackieren? Beide Verfahren erzeugen hochwertige Oberflächen. Doch die Unterschiede in puncto Kosten, Umweltbelastung und Flexibilität sind erheblich. Besonders die Trommellackierung hat sich in den vergangenen Jahren als wirtschaftliche und umweltschonende Alternative etabliert. Renommierte Hersteller aus der Sanitär-, Kosmetik- und Beschlagindustrie setzen zunehmend auf dieses Verfahren.

Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Galvanotechnik und Trommellackierung. Wir zeigen die jeweiligen Stärken und Schwächen auf und erklären, für welche Anwendungen sich welches Verfahren besser eignet.

Das klassische Verfahren und seine Grenzen

Die Galvanotechnik ist seit über 150 Jahren ein bewährtes Verfahren zur Oberflächenveredelung. Dabei werden Metallschichten wie Chrom, Nickel oder Zink durch elektrochemische Prozesse auf ein Werkstück aufgebracht. Das Ergebnis sind glänzende, korrosionsbeständige Oberflächen mit hoher Härte.

Für bestimmte Anwendungen ist Galvanisieren nach wie vor unverzichtbar. Extreme Härte gefordert? Elektrische Leitfähigkeit nötig? Dann führt an diesem Verfahren kein Weg vorbei. Doch die Galvanotechnik hat auch Schattenseiten.

Warum viele Unternehmen umdenken

Der größte Nachteil liegt im Umweltbereich. Galvanische Prozesse arbeiten mit Schwermetallen und aggressiven Chemikalien. Die Entsorgung ist aufwendig. Die Abwasserbehandlung kostenintensiv. Und die gesetzlichen Auflagen werden kontinuierlich verschärft. Viele Unternehmen haben deshalb ihre eigene Galvanik bereits reduziert oder komplett eingestellt.

Hinzu kommt der hohe Energieverbrauch. Die elektrochemischen Bäder müssen konstant auf Temperatur gehalten werden. Das schlägt sich in den Betriebskosten nieder. Auch der Materialverbrauch ist beträchtlich, denn ein Teil des aufgebrachten Metalls geht unweigerlich verloren.

Bei Massenkleinteilen kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Die Teile müssen einzeln auf Gestelle montiert werden, damit die Stromübertragung funktioniert. Das ist arbeitsintensiv. Es treibt die Stückkosten nach oben. Besonders bei großen Stückzahlen wird das zum Problem.

Wie die Trommellackierung funktioniert

Die Trommellackierung verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz. Die Kleinteile werden als Schüttgut in eine rotierende Trommel gegeben und dort im sogenannten Heißsprühverfahren beschichtet. Der SC-Coater® von Special Coatings hat dieses Verfahren zur Perfektion gebracht. Heute ist die Anlage weltweit im Einsatz.

Das Prinzip ist einfach. Die Teile werden zunächst durch Infrarotstrahlung erwärmt. Anschließend wird der Lack in feinen Tröpfchen aufgesprüht, während die Trommel rotiert. Durch die kontrollierte Wärme verdampft das Lösemittel sofort. Der Lack verbindet sich fest mit dem Untergrund. Nach einer kurzen Nachwärm- und Abkühlphase sind die Teile fertig beschichtet.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

  • Lackwirkungsgrad von etwa 95 Prozent. Fast der gesamte Lack landet auf den Teilen, nicht in der Absaugung. Das reduziert den Materialverbrauch drastisch.
  • Keine Einzelpositionierung nötig. Die Teile werden als Schüttgut verarbeitet. Das spart Arbeitszeit und senkt die Personalkosten erheblich.
  • Geringer Energieverbrauch. Die prozessabhängig geregelte Heizleistung sorgt für einen effizienten Betrieb.
  • Umweltfreundliche Lacksysteme möglich. In vielen Anwendungsfällen können wasserbasierte oder VOC-reduzierte Lacke eingesetzt werden.
  • Enorme Materialvielfalt. Kunststoff, Metall, Elastomere, Keramik, Aluminium, Holz. Die Trommellackierung funktioniert auf unterschiedlichsten Substraten.
  • Maximale Designfreiheit. Von Hochglanz über Matt-Galvanik-Optik bis hin zu Farbwechseleffekten. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

So funktioniert die Umstellung in der Praxis

Ein renommierter deutscher Sanitärhersteller stand vor einer Herausforderung. Die eigene Galvanik sollte aus Umweltschutzgründen reduziert werden. Die Vorgabe war klar formuliert. Das neue Verfahren musste kostengünstiger und umweltschonender sein. Kompromisse bei der Qualität kamen nicht in Frage.

Die Wahl fiel auf die Trommelbeschichtung mit dem SC-Coater®. Das Ergebnis überzeugte auf ganzer Linie. Die Beschichtung erzielt eine hochwertige Matt-Galvanik-Optik, die sich optisch kaum vom Original unterscheidet. Der entscheidende Unterschied liegt in den Kosten. Der Hersteller konnte einen Preisvorteil von bis zu 50 Prozent realisieren.

Möglich wurde dies durch die spezifischen Vorteile des Verfahrens. Der minimale Overspray von nur etwa 5 Prozent. Der vollautomatische Prozess ohne Gestellmontage. Die Möglichkeit, wasserbasierte Lacke einzusetzen. Wer mehr über die Lohnbeschichtung und die technischen Möglichkeiten des SC-Coater®erfahren möchte, findet alle Details auf unserer Website.

Was die Trommellackierung wirklich leistet

Ein häufiges Vorurteil lautet, dass lackierte Oberflächen mit galvanisierten nicht mithalten können. Für einfache Spritzlackierungen mag das zutreffen. Für die professionelle Trommelbeschichtung gilt es nicht.

Die speziell entwickelten Lacksysteme erfüllen höchste Anforderungen. Abriebfestigkeit. UV-Stabilität. Chemikalienbeständigkeit. Je nach Einsatzzweck werden unterschiedliche Prüfungen durchgeführt. Adhäsionstests nach DIN EN ISO 2409. Handschweiß- und Speicheltests nach DIN 53160. Migrationsprüfungen nach EN 71 für Spielwaren. Die dekorativen Oberflächen von Special Coatings bestehen selbst strenge Prüfungen für lebensmittelechte Anwendungen.

Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der erreichbaren Oberflächeneffekte. Metalleffektlacke erzeugen brillante Hochglanz- oder Matt-Optiken. Flip-Flop-Lacke sorgen für faszinierende Farbwechsel je nach Betrachtungswinkel. Wer den Vintage-Look bevorzugt, findet mit Marmorierungen oder Antik-Optiken die passende Lösung.

Wann sich welches Verfahren lohnt

Die Entscheidung zwischen Galvanisieren und Trommellackierung hängt von den spezifischen Anforderungen ab. Galvanisieren bleibt das Verfahren der Wahl, wenn elektrische Leitfähigkeit gefordert ist. Oder wenn extreme Oberflächenhärte benötigt wird. Auch bei besonderer Korrosionsbeständigkeit unter extremen Bedingungen führt oft kein Weg daran vorbei. Gleiches gilt, wenn die Teilegeometrie für die Trommelbeschichtung ungeeignet ist.

Die Trommellackierung spielt ihre Stärken aus, wenn große Stückzahlen wirtschaftlich beschichtet werden sollen. Sie überzeugt, wenn Umweltaspekte eine wichtige Rolle spielen. Oder wenn flexible Farbgestaltung gefragt ist. Auch wenn unterschiedliche Materialien einheitlich veredelt werden sollen, ist sie oft die bessere Wahl.

Diese Branchen setzen bereits auf Trommellackierung

  • Kosmetikindustrie mit Verschlüssen, Tiegeln und Applikatoren
  • Schreibgeräteindustrie mit Kugelschreibern, Füllern und Stiften
  • Beschlagindustrie mit Möbelgriffen, Knöpfen und Scharnieren
  • Spielwarenindustrie mit Bauklötzen, Spielfiguren und Accessoires
  • Haushaltsgeräteindustrie mit Bedienelementen und Dekorteilen
  • Automobilindustrie mit Zierleisten, Bedienknöpfen und Blenden

Eine vollständige Übersicht finden Sie auf unserer Seite zu den Anwendungsbereichen der Massenkleinteilbeschichtung.

Der Weg von der Idee zur Serie

Wer über einen Umstieg von der Galvanik auf die Trommellackierung nachdenkt, sollte mit einer professionellen Bemusterung beginnen. Dabei wird geprüft, ob sich die Teile für das Verfahren eignen. Und welche Oberflächenqualität erreichbar ist.

Der typische Ablauf gestaltet sich wie folgt:

  • Zusendung von Musterteilen und Anforderungsprofil
  • Eignungsprüfung für die Trommelbeschichtung
  • Abstimmung von Farbe, Glanzgrad und Beständigkeitsanforderungen
  • Durchführung der Bemusterung
  • Freigabe und Übergang in die Serienbeschichtung

Bei Special Coatings übernehmen wir auf Wunsch das gesamte Projektmanagement. Von der ersten Idee bis zur fertigen Serie. Alle Details zum Bemusterungsprozess haben wir für Sie zusammengestellt.

Die Trommellackierung als zukunftssichere Alternative

Die Trommellackierung hat sich von einer Nischenlösung zum ernsthaften Konkurrenten der Galvanotechnik entwickelt. Für viele Anwendungen bietet sie handfeste Vorteile. Niedrigere Kosten. Geringere Umweltbelastung. Größere Gestaltungsfreiheit.

Das bedeutet nicht, dass Galvanisieren überflüssig wird. Beide Verfahren haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, das richtige für die jeweilige Anwendung zu wählen. Wer Massenkleinteile wirtschaftlich und umweltbewusst veredeln möchte, sollte die Trommelbeschichtung zumindest als Option prüfen. Die Ergebnisse sprechen für sich.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Trommellackierung und Galvanisieren?

Beim Galvanisieren werden Metallschichten durch elektrochemische Prozesse aufgebracht. Bei der Trommellackierung werden Lacksysteme im Heißsprühverfahren auf rotierende Schüttgutteile aufgetragen. Galvanisieren erzeugt metallische Oberflächen mit hoher Härte. Die Trommellackierung ermöglicht vielfältige dekorative Effekte bei geringeren Kosten und Umweltbelastung.

Ist die Trommellackierung umweltfreundlicher als Galvanisieren?

Ja. Das Verfahren kommt ohne Schwermetalle und aggressive Chemikalien aus. Der Energieverbrauch ist geringer. Es können wasserbasierte oder VOC-reduzierte Lacksysteme eingesetzt werden. Die aufwendige Abwasserbehandlung galvanischer Prozesse entfällt komplett.

Welche Materialien können mit der Trommellackierung beschichtet werden?

Die Trommelbeschichtung eignet sich für eine Vielzahl von Materialien. Kunststoffe, Metalle, Elastomere, Keramik, Aluminium und Holz. Die Beschichtung erfolgt materialschonend. Auch empfindliche Substrate können problemlos verarbeitet werden.

Wie hoch sind die Kosteneinsparungen gegenüber dem Galvanisieren?

Je nach Anwendung sind Kosteneinsparungen von bis zu 50 Prozent realisierbar. Diese ergeben sich aus dem hohen Lackwirkungsgrad von etwa 95 Prozent. Hinzu kommt der Wegfall der arbeitsintensiven Gestellmontage. Der geringere Energieverbrauch trägt ebenfalls zur Kostenreduktion bei. Besonders bei großen Stückzahlen macht sich der Unterschied bemerkbar.

Kann die Trommellackierung eine Matt-Galvanik-Optik erzeugen?

Ja. Mit speziell entwickelten Metalleffektlacken lassen sich Oberflächen erzeugen, die optisch kaum von galvanisierten Teilen zu unterscheiden sind. Diese Matt-Galvanik-Optik wird bereits von namhaften Herstellern in der Sanitär-, Beschlag- und Kosmetikindustrie eingesetzt.

Wie beginnt ein Beschichtungsprojekt bei Special Coatings?

Jedes Projekt startet mit einer Bemusterung. Sie senden uns Ihre Rohteile zusammen mit dem Anforderungsprofil. Wir prüfen die Eignung für die Trommelbeschichtung und stimmen die gewünschten Eigenschaften ab. Nach der Erstellung und Freigabe der bemusterten Teile kann die Serienbeschichtung beginnen.

 


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